Einleitung
Dieser Artikel wurde mithilfe von KI erstellt!
In meinem ersten Artikel aus dem Jahr 2024 habe ich mein ursprüngliches ETF-Portfolio vorgestellt — neun ETFs, aufgebaut nach den Empfehlungen von Jessica Schwarzer, mit dem Ziel einer langfristigen Altersvorsorge. Zwei Jahre später ist es Zeit für eine ehrliche Bestandsaufnahme und eine tiefere Analyse: Was hat sich bewährt? Was musste angepasst werden? Und warum?
Dieser Artikel erklärt die konkreten Änderungen, die ich vorgenommen habe — und vor allem die datenbasierten Gründe dahinter.
Das ursprüngliche Portfolio — Rückblick
Mein ursprüngliches Portfolio bestand aus neun ETFs:
| # | ETF | Gewichtung |
|---|---|---|
| 1 | Xtrackers Russell 2000 UCITS ETF | 9% |
| 2 | iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF (Acc) | 28% |
| 3 | Xtrackers MSCI World Quality UCITS ETF | 14% |
| 4 | iShares STOXX Global Select Dividend 100 (Acc) | 14% |
| 5 | Deka Deutsche Börse EUROGOV Germany 3-5 | 6% |
| 6 | iShares Core € Corp Bond UCITS ETF (Acc) | 6% |
| 7 | Xtrackers MSCI Europe Small Cap UCITS ETF | 9% |
| 8 | Xtrackers Eurozone Inflation-Linked Bond | 5% |
| 9 | iShares Edge MSCI Europe Value Factor (Acc) | 9% |
Die Strategie war von Anfang an klar: breite geografische und sektorale Diversifikation, niedrige Kosten (TER ~0,25%), und ein bewusstes Übergewicht in Emerging Markets mit 28%.
Das Portfolio hat in den ersten zwei Jahren über 20% Wertzuwachs erzielt — ein starkes Ergebnis, das die Grundstrategie bestätigt.
Die Analyse: Wo lagen die versteckten Klumpenrisiken?
Nach zwei Jahren habe ich das Portfolio einer gründlichen Analyse unterzogen — nicht aus Unzufriedenheit, sondern weil ein Portfolio nicht statisch sein sollte. Dabei sind zwei konkrete Problemstellen aufgetaucht.
Problem 1: China-Konzentration im MSCI EM IMI
Der iShares Core MSCI EM IMI ist mit 28% meine größte Einzelposition. Bei näherer Betrachtung der Fondszusammensetzung zeigte sich: China macht innerhalb dieses ETFs rund 27% aus. Das bedeutet, dass effektiv ~7,5% meines Gesamtportfolios in chinesischen Aktien stecken.
Das ist per se kein Problem — aber es ist ein konzentriertes geopolitisches Risiko, das ich bewusst steuern wollte. Chinesische Aktien unterliegen staatlichen Eingriffen, regulatorischen Unsicherheiten und geopolitischen Spannungen, die sich fundamental von anderen Emerging Markets unterscheiden.
Problem 2: Finanzsektor-Klumpen
Eine tiefere Analyse der effektiven Sektorgewichtung über alle ETFs hinweg zeigte: Der Finanzsektor machte effektiv ~19,9% meines Gesamtportfolios aus. Das liegt vor allem daran, dass der STOXX Global Select Dividend 100 zu rund 44% im Finanzsektor gewichtet ist — Banken, Versicherungen, Finanzdienstleister.
Zwar ist der Finanzsektor ein solider und renditestarker Sektor, aber eine unbewusste Konzentration von fast 20% in einer einzigen Branche widerspricht dem Diversifikationsgedanken.
Problem 3: Unterrepräsentation des Gesundheitssektors
Die Analyse der effektiven Sektorgewichtung zeigte gleichzeitig: Der Gesundheitssektor war mit nur ~3,3% im Portfolio kaum vertreten. Angesichts des demografischen Wandels, der alternden Bevölkerung in Europa und den USA sowie der strukturellen Wachstumschancen durch Biotechnologie und personalisierte Medizin ist das eine klare Lücke.
Die Änderungen — datenbasiert begründet
Änderung 1: iShares MSCI EM ex-China (EXCH) — 2% neu
ISIN: IE000F3D2X86 | TER: 0,18%
Ich habe den MSCI EM IMI von 28% auf 26% reduziert und die freiwerdenden 2% in den iShares MSCI Emerging Markets ex-China ETF umgeschichtet.
Warum das Sinn macht:
Der EM ex-China ETF erzielte 2025 eine Rendite von ~34% — vergleichbar mit dem breiten EM IMI, jedoch mit einer strukturell anderen Zusammensetzung:
| Land | Gewichtung im EM ex-China |
|---|---|
| Taiwan | ~27% |
| Indien | ~22% |
| Südkorea | ~15% |
| Brasilien | ~7% |
| Sonstige | ~29% |
Das Ergebnis: Der Anteil chinesischer Aktien im Gesamtportfolio sinkt, während Indien, Taiwan und Korea — drei Märkte mit starken strukturellen Wachstumstreibern — relativ stärker gewichtet werden. Besonders Indien profitiert von der „China Plus One“-Strategie vieler multinationaler Unternehmen, die Produktionskapazitäten diversifizieren.
Änderung 2: STOXX Global Dividend von 14% auf 12% reduziert
Der iShares STOXX Global Select Dividend 100 ist ein solider Ausschütter — aber die Analyse zeigt, dass er mit einer Finanzsektor-Quote von ~44% das Klumpenrisiko im Finanzbereich maßgeblich treibt. Eine Reduzierung von 14% auf 12% senkt den effektiven Finanzsektor-Anteil im Gesamtportfolio von ~19,9% auf ~18,9%.
Das ist eine überschaubare, aber gezielte Korrektur — ohne den ETF komplett zu ersetzen, der weiterhin solide Dividendenrenditen liefert.
Änderung 3: Xtrackers MSCI World Health Care (XDWH) — 2% neu
ISIN: IE00BM67HK77 | TER: 0,25%
Mit den freiwerdenden 2% aus der STOXX-Reduktion habe ich den Xtrackers MSCI World Health Care ETF ins Portfolio aufgenommen.
Warum Health Care?
Der Sektor vereint mehrere strukturelle Wachstumstreiber:
- Demografischer Wandel: Alternde Bevölkerung in Europa, USA und Japan erhöht die Gesundheitsausgaben dauerhaft
- Biotechnologie und personalisierte Medizin: Strukturelles Innovationswachstum
- Defensive Eigenschaften: Gesundheitsausgaben sind konjunkturunabhängig
Der ETF hält über 150 Unternehmen aus Pharma, Biotechnologie und Medizintechnik — darunter Eli Lilly, Johnson & Johnson, Novo Nordisk und AbbVie. Die historische 10-Jahres-Rendite ist solide, mit keinem einzigen negativen Jahresergebnis in einem Jahrzehnt.
Das neue Portfolio im Überblick
| # | ETF | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Xtrackers Russell 2000 UCITS ETF | 9% |
| 2 | iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF (Acc) | 26% |
| 3 | Xtrackers MSCI World Quality UCITS ETF | 14% |
| 4 | iShares STOXX Global Select Dividend 100 (Acc) | 12% |
| 5 | Deka Deutsche Börse EUROGOV Germany 3-5 | 6% |
| 6 | iShares Core € Corp Bond UCITS ETF (Acc) | 6% |
| 7 | Xtrackers MSCI Europe Small Cap UCITS ETF | 9% |
| 8 | Xtrackers Eurozone Inflation-Linked Bond | 5% |
| 9 | iShares Edge MSCI Europe Value Factor (Acc) | 9% |
| 10 | NEU: iShares MSCI EM ex-China (EXCH) | 2% |
| 11 | NEU: Xtrackers MSCI World Health Care (XDWH) | 2% |
| Gesamt | 100% |
Was hat sich durch die Änderungen verbessert?
Effektive Sektorverteilung — vorher vs. nachher
| Sektor | Vorher | Nachher |
|---|---|---|
| Finanzen | ~19,9% | ~18,9% |
| Technologie | ~12,7% | ~12,5% |
| Gesundheit | ~3,3% | ~5,3% |
| Industrie | ~6,4% | ~6,4% |
Risk/Return im Portfolio-Vergleich
Die extraETF Portfolioanalyse zeigt das Ergebnis deutlich im Risk/Return-Chart: Das Gesamtportfolio (Raute) liegt bei ~12% Rendite und ~9,1% Risiko — eine sehr effiziente Positionierung, die die meisten Einzelpositionen in Sachen Rendite/Risiko-Verhältnis schlägt. Das ist der Diversifikationseffekt in der Praxis.
Meine Rebalancing-Strategie
Statt einem fixen Jahresrhythmus setze ich auf Cash-Flow-Rebalancing: Wenn neues Kapital investiert wird, fließt es gezielt in die Positionen, die am stärksten unter dem Zielgewicht liegen. Dadurch entsteht kein steuerpflichtiges Verkaufsereignis.
Einmal jährlich — am Ende des Jahres — prüfe ich außerdem, ob Gewinne innerhalb des Sparerpauschbetrags von 1.000€ realisiert werden können. Da der Freibetrag nicht ins nächste Jahr übertragen werden kann, lohnt es sich, ihn jedes Jahr aktiv auszuschöpfen, indem die übergewichtetste und renditestärkste Position teilweise verkauft und in untergewichtete Positionen reinvestiert wird.
Fazit
Die Kernstrategie aus dem Jahr 2024 hat sich bewährt: breite Diversifikation, niedrige Kosten, langer Anlagehorizont. Die Anpassungen 2026 sind keine Kehrtwende, sondern eine Feinabstimmung auf Basis konkreter Daten:
- China-Konzentration bewusst reduziert
- Finanzsektor-Klumpen leicht entschärft
- Gesundheitssektor als strukturellen Wachstumsmarkt gezielt aufgebaut
- TER bleibt bei durchschnittlich ~0,25% — keine Kostensteigerung
Ein Portfolio sollte leben und sich weiterentwickeln — nicht aus Aktionismus, sondern aus Analyse. Genau das ist hier passiert.
Disclaimer
Dieser Blog-Beitrag stellt meine persönlichen Erfahrungen und Ansichten dar und ist keine professionelle Finanzberatung. Investitionen in ETFs und andere Wertpapiere bergen Risiken und es besteht die Möglichkeit eines Verlustes des investierten Kapitals. Es wird empfohlen, vor einer Investitionsentscheidung eine unabhängige Finanzberatung in Anspruch zu nehmen.